5 vor 12, oder die hausgemachte Klimakrise

Fast ein Jahr, auf den Tag genau, nach der großen Demonstration im Hambacher Forst, an der am 05.10.2018, 50.000 Menschen teilgenommen haben – besuche ich den Wald zum ersten Mal. Der Wald besteht aus bis zu 300 Jahre altem Baumbestand und schützenswerten Tierarten und ist seit 2018 zu einer traurigen Berühmtheit geworden.
An dieser besagten Großdemo habe ich 2018 nicht teilgenommen, da ich als introvertierter Mensch eher groß Menschenansammlungen meide.

Seit 2012 ist dieser Wald durch Naturschützer besetzt. Es gab schon mehrere Räumungsversuche, so auch im September 2018, der jedoch den bislang größten Schaden im Wald anrichtete.
Mehr als 60 Baumhäuser wurden 2018 geräumt. Damit die Polizei mit ihrem schweren Gerät auffahren konnte wurden extra breite Schotterwege erstellt. Baumhäuser die nicht besetzt waren, wurden kurzer Hand einfach gefällt.

Ich wollte mir die Situation anschauen, was heute dort ist, denn es ist doch sehr still geworden um den Wald. Doch Ruhe bedeutet nicht gleichzeitig, dass alles gut ist.

Ich parke im verlassenen/umgesiedelten Dorf Alt-Morschenich, das bis 2024 komplett abgerissen werden soll damit die Braunkohle-Bagger noch weiter vordringen können. Die Autobahn A4 ist deswegen schon 2008 verlegt worden.
Irgendwie gruselig ein leeres Dorf zu betreten. Vereinzelt fahren hier noch Autos, und die Fahrer beäugen einen Fremden wie mich sehr misstrauisch. Auch bewegt sich hin und wieder ein Vorhang an den Fenstern.
Es sind viele Fenster zugenagelt, teils verfallen die alten Häuser schon, leere Straßen - ich komme mir vor wie bei „Walking Dead“ - nur ohne die Zombies aber wer weiß schon wo die lauern und wie die tatsächlich ausschauen...

Ich gehe ein paar Schritte Richtung Tagebau „Krater“. Schon aus der Ferne erkennt man einen riesigen Braunkohlebagger der aus dem Tagebau, wie ein metallener Dinosaurier herausragt.

Surreale und verstörende Szenerie.

Am oberen Rand zwischen Wald und Krater ist ein aufgeschüttet kleiner ca. 1-1,5 m hoch aufgeschütteter Erdwall. Sobald man diesen betritt, oder aber meist auch schon vorher, erscheint sofort ein Security Fahrzeug der RWE. Diese platzieren sich, wie im Krimi, gegenüber von mir und mit leuchtenden Scheinwerfern in meine Richtung. Keine Ahnung wie die Security mich so schnell gesehen hat.
Wird man hier vielleicht überwacht oder gar registriert? Überwachungs-Verschwörungstheorie?

Trotz vieler Negativ-Meldungen - der Widerstand, der Aktivisten ist ungebrochen. Um die Schotterwege für die Polizei unbefahrbar zu machen wurden Barrikaden errichtet.
Obwohl ich, zum Glück, noch kein Kriegsgebiet mit eigenen Augen gesehen habe, zeigen sich mir hier kriegsähnliche Bilder.

Vorbei an den Absperrungen, die teilweise mit Blumen bepflanzt sind, gehe ich in den Wald. Es ist auffallend ruhig im Wald, kaum Vögel zu hören.
Nach ein paar Schritten sehe ich die ersten Baumhäuser (Mike Town).
Hier mache ich keine Fotoaufnahmen. Einige der Aktivisten sind registriert und/oder sind vermummt. Sie kennen mich nicht und da ist nach der großen, teils brutalen Räumungsaktion, großes Misstrauen gegenüber Fremden durchaus verständlich.

Damit nicht noch einmal leerstehende Baumhäuser einfach gefällt werden, versuchen die Aktivisten die Häuser 365 Tage im Jahr besetzt zu halten. Manche leben nur ein paar Tage im Wald, andere schon über 2 Jahre.
So leer und ruhig der Wald auch scheint, sind hier einige Menschen. In einem Baumhaus sitzt ein junges Pärchen. Ein anderer bringt gerade einen alten Ofen für den kommenden Winter. Dieser wird gemeinschaftlich über eine Seilwinde ins nächste Baumhaus gezogen.

Traurige Berühmtheit

Die öffentliche Aufmerksamkeit hat nachgelassen, weil seit Oktober 2018, kurz vor der Großdemo, offiziell die Waldrodung vorerst richterlich gestoppt wurde. Bis auf weiteres darf er weder

gerodet, noch durch andere Maßnahmen in seinem Bestand gefährdet werden.
Augenscheinlich sieht es aber anders aus. Die Bagger sind nur noch ca. 40-50 m vom Waldrand entfernt und baggern Tag und Nacht weiter. Man könnte meinen, dass es forciert wird, weiter so zu baggern bis der Wald(rand) vielleicht von alleine abrutscht. Somit erledigt sich das Problem des RWE-Konzerns von ganz alleine. Weitere Bedenken wurden auch schon öffentlich von Greenpeace geäußert, jedoch hinsichtlich gewaltiger Temperaturunterschiede – zwischen im Tagebau von 45 Grad und im Wald hingegen um bis zu 20 Grad niedriger. Dadurch trocknen die Bäume am Waldrand aus und stürzen um.
Kein Scherz - jedes Foto vom Tagebau, was ich an einem stetig Wetter wechselnden Tag geschossen habe hat ein Hitzeflimmern.

Ich gehe weiter und treffe einen Spaziergänger mit Hund. Der Mann ist hier in der Gegend aufgewachsen und kennt sich auch im Wald bestens aus. Wir gehen ein Stück zusammen, beim Spaziergang plaudert er immer wieder mit den Aktivisten. Er zeigt mir den Verlauf der alten A4 am Kraterrand, immer unter Beobachtung von der Security.
Im Wald gibt es verschiedene Camps von Baumhäusern. Jedes Camp hat einen eigenen Namen wie etwa Hazelnut, Jesus Point, Oaktown, Mike Town etc.
Der Spaziergänger erklärt, dass jedes Camp mit seinen Aktivisten, auch eine eigene „Spezialität“ hat, wie die Spirituellen, Schwule und Lesben, Kiffer, Punks etc.
Wir kommen zum Camp Hazelnut. Dort treffen wir in Pärchen, das eine Palette auseinandernimmt um ein Baumhaus zu erweitern.
Mir wird etwas über die Polizisten, die bei der Räumaktion 2018 dabei waren erzählt. Die Polizisten wären teilweise sehr aggressiv vorgegangen, wie auf Drogen. Es gab nach der Räumungsaktion Polizisten, die ihren Job niedergelegt haben weil sie ihrer Familie, ihren Kindern, nach der Aktion nicht mehr in die Augen schauen konnten.

Der Spaziergänge mit dem Hund verabschiedet sich. Ich gehe weiter nach Beechtown, zu der Stelle wo der junge Dokumentarfilmer/Blogger Steffen Meyn bei der Räumung, tödlich verunglückt ist. Er hat vor und während der Räumungsaktion darüber berichtet. In Beechtown standen viele Baumhäuser, die nun nicht mehr da sind.
Nur eine Gedenkstätte für Steffen, zeugt noch davon. Er hat eine Zeit lang mit den Aktivisten zusammen gelebt und wurde hier sehr geschätzt.

„Die Wunden der Erde lassen sich nur aus dem Herzen heraus heilen.“

(Paul Hawken)

 

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Ich gehe raus aus dem Wald Richtung Wiesencamp. Es wurde aus Zelten, Wohnwagen eine kleine Stadt errichtet aus Sperrmüll und Spenden. Es werden teilweise Solarzellen, Isolierfenster verbaut. Es gibt sogar eine Gemeinschaftsküche.
Jetzt kann man sagen: Ja aber - der Ganze Müll der in den Wald gebracht wird ist jetzt auch nicht gerade umweltfreundlich. Ja das stimmt, aber was ich hier mitbekomme, man ist sehr gut organisiert. Es liegt kein achtlos weggeworfener Müll im Wald. Da finde ich in einem öffentlichen Park meist mehr Müll und der wird noch von der Stadtreinigung gesäubert.
Der Abfall hier, wird gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt. Es werden umweltfreundliche Spül- und Waschmittel benutzt.

Ich gehe zurück zu meinem Fahrzeug und fahre Richtung Kiesgrube, fast an das andere Ende des Waldes. Es ist schon spät und am Waldrand treffe ich auf ein Fernsehteam vom WDR die hier den Tag über einen Bericht für 360° Reportage gedreht haben. Sie haben beide Seiten gefilmt. Ich bin gespannt wann ich diesen Bericht zu sehen bekomme.

Ich helfe jemand, der Lebensmittel in den Wald, nach Oaktown, trägt. Die sind von „der Tafel“ und werden zu den Aktivisten gebracht, die im Wald ein eigenes Foodsharing betreiben. Lebensmittel die bei der Tafel nicht abgeholt werden landen sowieso letztendlich im Mülleimer.
Jedoch darf niemand bei der Tafel erfahren für wen die Lebensmittel sind. Denn öffentlich darf man sich wohl nicht Pro oder Contra RWE bekennen, denn man weiß niemals mit wem man gerade darüber spricht…

Ist das nicht grausam? – Da denkt man, man lebt in einer Demokratie wo Redefreiheit herrscht… Pustekuchen!

In Oaktown stehen sehr professionelle Baumhäuser die mit Laufstegen in 10-15 m Höhe oder höher verbunden sind. Es ist so spannend für mich hier zu sein. Als Kind habe ich viel im Wald gespielt, doch das ist für die hier lebenden Menschen kein Spiel, das ist ihr Leben.
Ich habe großen Respekt vor den Leuten dort, dass sie seit jetzt 7 Jahren, bei Wind und Wetter dort draußen sind, während ich mir zu Hause gerade sorglos die Heizung anmachen kann. Eine Aktivistin ist mir Barfuß begegnet. Gestern noch ist ein Sturmtief über Nordrhein-Westfalen gezogen und die Menschen saßen dort in 10 m Höhe bei 100 km/h Sturmböen.

Ich weiß nicht wo ich hingeführt wurde und finde aufgrund der Dämmerung auch nicht alleine zurück zu meinem Fahrzeug. Ein Aktivist bringt mich eiligen Schrittes zu meinem Fahrzeug zurück, ohne Taschenlampe, ich muss aufpassen nicht zu stolpern.
Er selber hat seit der Räumungsaktion Angst um Leib und Leben, da auch er böse zusammengeschlagen wurde und will vor der endgültigen Dunkelheit zurück im Camp sein.

Es ist komisch ich habe gerade mein Leben einen völlig Fremden anvertraut und habe das Gefühl, dass ich tatsächlich nicht vor den Aktivisten Angst haben muss.

Was einige Anwohner der Gegend an den Aktivisten stört, ist dass sie nicht aus ihrer Gegend kommen. Das mag sein, und ja sie sie kommen zum Teil aus ganz Europa, und einige sind sicherlich nicht aus Umweltschutzgründen hier.
und doch haben sie wahrscheinlich alle eines gemeinsam, ein Problem mit unserem System, dass da etwas nicht richtig läuft.

Da wir alle unsere Gesellschaftsprobleme haben, der eine mehr der andere weniger, sollten wir da nicht zusammen halten und uns unterstützen?

Ich gehe noch kurz zur Mahnwache, auch ein selbst zusammengebauter Stützpunkt. Hier kann man sich über den Wald informieren. Hier wird gespendete Kleidung, Nahrung gesammelt, die die Aktivisten sich abholen können. Bei Bedarf bekommen sie hier auch medizinische oder psychologische Hilfe. Die Aktivisten sind sogar überwiegend Vegetarier oder Veganer, also auch noch Tierschützer.

Gottes Wald

Info: Der Wald hieß früher einmal „Bürgewald“. Seit 774 rankt sich eine Legende um den Wald. Ein junger Musiker hat sich in einem Wettbewerb den Wald von Karl den Großen mit einer List erschlichen. Der junge Musiker schenkte den Bürgern zwischen Rur und Erft den Wald, die zu der Zeit eine große Not an Bau- und Brennholz hatten, und nannte ihn fortan „Wald Gottes“. Die Bürger durften hier ihre Tiere zum füttern bringen, Beeren und Feuerholz sammeln. Es war jedoch untersagt, Bäume zu fällen. Der Wald war seit jeher Teil der Allmende – ein gemeinschaftliches Eigentum – was in Europa damals üblich war. Mit dem Kapitalismus wurde die Fläche privatisiert. Als 1970 eine Gebietsreform anstand, und die umliegenden Dörfer nicht wussten welcher Anteil ihnen gehört, nutze RWE dieses Durcheinander für sich aus und kaufte mit genügend finanziellen Mitteln den Wald. 1978 begann dort der Tagebau. Der Wald wurde vom RWE zum Hambacher Forst umbenannt um vielleicht auch die Geschichte etwas zu verschleiern. Heute existiert von diesem geschichtsträchtigen, deutschen Urwald nur noch 10%.

Am nächsten Tag fahre ich zu „Terra Nova“ ein Aussichtspunkt des RWE, mir die andere Seite des Tagebaus ansehen. Die war bis vor einiger Zeit noch ein Informationszentrum für den Tagebau, davon zeugen heute leider nur noch ein paar Schilder.

Ich treffe, einen ehemaligen RWE-Mitarbeiter (40 Jahre), er redet mit mir und erklärt einiges zum Ablauf der Braunkohleförderung. Er ist generell für den Tagebau, und für den Erhalt der Arbeitsplätze. Es ist ja auch nur noch ein kleines Stück Wald um was sich da gestritten wird, sagt er.

Er sagt aber auch, dass durch das permanente Grundwasser Abpumpen ein umweltlicher Totalschaden produziert wird.

Was heute alles Tagebau ist, war noch vor ein paar Jahren komplett bewaldet mit dem Hambacher Forst.
Braunkohle ist vor Millionen von Jahren unter großem Druck entstanden, weshalb man auch so tief graben muss, hier bis zu 450 m. Die Menge die man fördert, ist verhältnismäßig so gering gegenüber dem Aufwand und den Schaden den man anrichtet. Zudem muss ständig das Grundwasser bis unter die Braunkohleschicht abgepumpt werden. Jährlich 1,4 Mrd. m³ Wasser!

Was passiert mit dem Grundwasser, welches zur Trinkwasserversorgung gehört?

Ich weiß es nicht.
Es ist gesetzmäßig festgelegt, dass Gewässer- und Grundwasser – als Bestandteil des Naturhaushalts zu sichern sind. Doch auch hier, wie immer, haben die Konzerne – Ausnahmegenehmigungen.
Das Abpumpen des Grundwasserspiegels merkt man bereits im größeren Umkreis, von 50 km und mehr. Auch bis zu unseren Nachbarländern den Niederlanden und Belgien.
Deutschland ist der weltweit größte Braunkohleförderer.

Was also, wenn das große Tannensterben dieses Jahr nicht dem Borkenkäfer zuzuschreiben ist, sondern dem abpumpen des Grundwasserspiegels. Fichten sind bekannterweise flach wurzelnde Bäume.

Das ist eine hausgemachte Klimakatastrophe!

Mit ein bisschen gesunden Menschenverstand, merkt man doch spätestens jetzt, es ist nicht der Dieselfahrer alleine. Von der Kriegsindustrie zu schweigen, die mit ihrer Umweltzerstörung gar nicht erst mit gewertet wird.

Warum? Es gibt doch schon so viele Schubladen wo alternative, umweltfreundlichere Ideen schlummern. Packt sie endlich auf den Tisch es ist Zeit.

Wenn es doch nicht immer nur ums Geld gehen würde - auf Kosten der Natur und vieler Menschen. Es ist längst nicht mehr 5 vor 12 sondern schon kurz vor 12. Sind sich unsere Politiker und Konzernbosse denn nicht bewusst, dass wir auf der gleichen Erde leben?

Den eigenen Arbeitsplatz verlieren – ist eine große Angst, deswegen arbeiten viele an der Fortführung der Klimakatastrophe weiter - denn schließlich hat man bis 2045 Verträge zu erfüllen. Früher hatten viele nur einen Arbeitsplatz, eine Leben lang – von der Lehre bis zur Rente.

„Vielleicht befinden wir uns gerrade in einer Übergangsphase, was die menschliche Entwicklung anbelangt, in einer Phase, in der das, was tatsächlich funktioniert, noch nicht gesehen wird, weil alle wie gebannt auf die Vergangneheit schauen.“

(Paul Hawken)

Doch wo ein Wille da ist auch ein Weg!

Einen Arbeitsplatz bis zur Rente, das gibt es heute nicht mehr, unter anderem auf Grund der starken wirtschaftlichen Schwankungen aber das ist auch gut so. So bieten sich für jeden mehr Möglichkeiten zur weiter Entwicklung. So könnten doch auch die Mitarbeiter des Braunkohletagebaus umgeschult werden z. B. in Solar- oder Windkrafttechnik.

Selbst eine Renaturierung des Tagebaus, wie sie teilweise (Sophienhöhe) schon hergestellt worden ist, ist nicht einfach. Die Grube muss gesichert werden damit nichts nach rutscht und es dauert hunderte von Jahren bis es wieder gut nachgewachsen ist. Weiter soll hier dann ein Naherholungsgebiet, ein See entstehen, der fast so groß wie der Bodensee werden soll.

Am Ende des Gesprächs, war der ehemalige Mitarbeiter des Tagebaus, selber nicht mehr so überzeugt von Tagebau wie noch am Anfang.

Soviel zum Hambacher Forst.

Tage Out-of-the-Box oder in totaler Realität.

Ich habe nur ein paar Geschichten aufgeschrieben – es waren noch viele mehr.

Man erzählte mir:

  • Ein Polizist soll eine 15-jährige brutal ins Gesicht geschlagen haben, das Verfahren, soll wegen Geringfügigkeit eingestellt.
  • Einige ältere Menschen möchten ihre Wohnungen in Alt-Morschenich nicht verlassen oder umgesiedelt werden, sie unterstützten die Aktivisten mit ihren sanitären Einrichtungen.
  • Andere ältere Menschen wurden entmündigt, um sie aus ihren Häusern rauszubekommen.
  • Polizisten wurden mit Fäkalien der Aktivisten beworfen.
  • Aktivisten werden auf der Straße am hellichten Tag, angegriffen und angefeindet...

Es gibt so viele Geschichten, wo wahrscheinlich auch viel Wahrheitsgehalt zu finden ist.

Ich werde hier hier keine Stellung beziehen zu - Pro oder Contra Aktivisten oder RWE.


Ich beziehe Stellung für unsere Natur!

Ich bewundere, die junge Generation der um die 30 jährigen, die aufwacht. Sie kommen mit dem heutigen System nicht klar und merken dass hier kräftig was schief läuft und das was getan werden muss.
Ich selbst, bin auch noch so aufgewachsen oder erzogen, dass man sich brav und gehorsam ins System einfügt, und ich bin froh, dass ich noch rechtzeitig aufgewacht bin - sei es durch andere Menschen die mehr in Frage stellen, meine Reisen nach Afrika oder weil ich einfach nicht mehr meine Augen verschließe vor dem was um mich herum passiert.

Es ist einfach, aber gar nicht witzig sich über Greta Thunberg lustig zu machen, oder "Fridays for Future" für Schulschwänzerproteste zu halten. Es ist ein ernstes Thema und es muss sich was ändern und zwar jetzt. Diese Menschen, die vor den vereinten Nationen Sprechen, oder Freitags nicht zum Unterricht gehen, stehen für etwas auf - was ihnen wichtig ist.

Unsere Politiker machen großspurige Versprechungen vor der Wahl um sie nach der Wahl wieder zu brechen.

Der amerikanische Präsident mag seltsam sein, doch hat er nicht auch, gerade durch sein kontrovers-egoistisches Verhalten, gezeigt was sowieso schon da war?

Hambach ist für mich nur ein Symbol, für die vielen Brennpunkte auf der ganzen Welt. Wir können von Menschen ärmerer Länder nicht erwarten mit gutem Beispiel voran zu gehen, also es liegt an uns.

Wir haben lange Zeit angenommen wir können die Erde ausbeuten ohne Rücksicht auf Verluste. Wie wir mittlerweile wissen, leben wir in einer Symbiose mit allem was uns umgibt. Wenn wir dauerhaft von etwas profitieren wollen, müssen wir es auch gut behandeln.

Es geht nicht darum, dass du die ganze Welt retten sollst. Wenn jeder vor seiner eigenen Haustür, seinem eigenen Lebensraum anfängt, ist schon vielen geholfen.

Fange bei dir zu Hause im kleinen an. Was kannst du tun um die Verbindung zur Natur wieder zu spüren? Geh öfters in den Park, wähle deine Lebensmittel mit bedacht. Weißt du wieviel Freude es bereitet sein eigenes Gemüse zu ernten und zu verspeisen?

Folge den guten Beispielen:

- Wohnhäuser in sozialen Brennpunkten, die von Grünflächen und Bäumen umgeben sind, haben eine besser vernetzte Nachbarschaft, die Kriminalitätsrate sinkt.

- In Japan ist Waldbaden „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“ ein Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.

- Natur hilft uns, erwiesen, Schmerz besser zu verarbeiten. Natur heilt uns, durch verschiedene Kräuter und Pflanzen was schon die alten Naturvölker wussten.

- Tiere zu beobachten, heilt und bringt Freude.

- Biologe E. O. Wilson sagt dass Artenvielfalt die Grundlage unseres Daseins – und des Daseins aller Lebewesen auf Erden ist.

- In Botswana gibt es eines der letzten indigenen Völker, die "San" es wird gejagt, gesammelt und alles gemeinschaftlich geteilt. Die San kennen keinen Besitz.

Also fangt endlich an miteinander zu leben.


Heute ist es mal wieder ein längerer Beitrag geworden, ich hoffe du bist noch bei mir. Danke, an alle offenen Gesprächspartner, die ich in diesen Tagen kennenlernen durfte.

An dieser Stelle ein riesiges DANKE, an alle Leser.

Schreibe mir gerne in den Kommentaren deine Meinung zu dem Thema. Wie stehst du dazu?

Wenn Du denkst, dass es jemand anderem helfen würde, nur zu und teile es!


Bilder by Chain-Elle Art's

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