Was die Magie von Büchern mit Integration im Schnelldurchlauf zu tun hat erfährst du jetzt hier.

Zum Welttag des Buches (23.04.) wurde, in der Grundschule, wo ich ehrenamtlich Migrantenkinder betreue, ein Lesemarathon ausgerichtet.
Eine gute Sache wie ich finde, um den Spaß am Lesen und die Kommunikation untereinander zu fördern.

Ausgerichtet wurde der Marathon unter anderem von der Caritas, die mit der Kampagne "Vielfalt. viel wert“ zum Gelingen der Vielfaltsgesellschaft und zur Entwicklung gemeinsamer Werte beitragen will und von MiKiBu e.V. die Migrantenkinder an Schulen unterstützen. Gesponsert wurde die Veranstaltung von einer ortsansässigen Wohnungsbaugenossenschaft.

Die Regeln den Marathons!

Alle teilnehmenden Kinder erhielten eine „Laufkarte“ mit verschiedenen Lesestationen.

Ist das Lesen einer Geschichte/eines Abschnittes beendet, gibt es einen Stempel auf den Laufzettel von den Lesepaten, zu denen ich an dem Tag auch zählte. Die Kinder hatten eine Stunde Zeit um durch das lesen von Büchern ihre Klassenkasse ordentlich aufzufüllen.

Die Leseaktion der Kinder wurde folgendermaßen honoriert:

leise Lesen = 1 €
Vorlesen vor einem Zuhörer = 3 €
Vorlesen vor einer Gruppe = 5 €
Vorlesen in fremder Sprache = 9

180 Kinder hatten sich für den Marathon angemeldet.

Den Auftakt zum Marathon machte ein kleines Konzert in der Turnhalle mit Fug & Janina bekannt aus der erfolgreichen Kinder-Fernsehsendung „Wissen macht AH!“ (WDR/KIKA). Anschließend wurden die Laufkarten verteilt und schon liefen die Kinder los.

Als der Startschuss viel!

Einige Kinder hatten sich eigene Bücher mitgebracht und zogen sich sofort in die zu Leseräume umfunktionierten Klassenräume zurück. Die anderen Kinder stürmten dann in die zur Bibliothek umfunktionierte Aula, wo eine Dame der örtlichen Stadtbücherei eine große Auswahl zum heutigen Thema „Vielfalt“ mitgebracht hatte.

Über 100 bunte Kinderbücher in verschiedenen ausländischen Sprachen, in Deutsch, für alle Altersstufen, über verschiedenste Kulturkreise, zu den Themen Inklusion, Integration, Kinderrechte und Aufklärung.

Die Kinder waren erst einmal wie erschlagen von dem großartigen Angebot. Einige suchten sich die Bücher nach den bunten Einbänden aus, andere wiederum suchten sich die dünnsten Heftchen, damit sie nicht zu viel lesen mussten 😉

 Die Magie der Bücher

Ziemlich zu Anfang kam ein türkisches Mädchen zu mir, die mir Der Regenbogenfisch (Marcus Pfister) auf Türkisch vorlesen wollte. Ich kannte das kleine Mädchen von meiner Tätigkeit als Mentorin und wusste sie hat einige Probleme beim Lesen. Sie sprach leise und konzentriert und gab sich große Mühe um den begehrten Stempeleintrag zu bekommen, den ich ihr dann natürlich gerne gab.

Viele Kinder habe ich beraten und Ideen gegeben damit sie ein Buch finden woran sie Spaß haben.

Ein kleines dunkelhäutiges Mädchen kam mit ihrem hellhäutigen Freund zu mir. Sie wollten einen Stempel haben, sie hätten sich gegenseitig vorgelesen. Mit großen strahlenden Augen erzählten die beiden mir die Geschichte von Schokolade und Sahne (Ricardo Cie) wo ein hellhäutiger Junge auf einen dunkelhäutigen trifft. Sie werden Freunde und der hellhäutige Junge schmiert sich Schokolade ins Gesicht um wie sein dunkelhäutiger Freund auszusehen.
Diese Geschichte passte so herrlich auf das junge Pärchen, was da vor mir stand, dass ich schmunzeln musste. Ich sagte ihr noch, dass das ja eine tolle Idee sei mit der Schokolade und das ich das auch mal probieren werde. Die beiden lachten und zogen mit ihrem Stempel auf der Laufkarte davon.

Leyan, eine kleine Syrerin suchte sich mit mir Paula und die Zauberschuhe (Alexandra Haag) aus. Sie hat während des ganzen Marathons in dem Buch gelesen, mir daraus vorgelesen und erzählt was sie gelesen hat. Sie hat sich in die zauberhafte Geschichte verliebt, in der es um ein behindertes Mädchen geht, die sich davon nicht unterkriegen lässt und mit ihrer Unvollkommenheit ganz natürlich und phantasievoll umgeht. Ich habe Leyan in die Vor-Leseräume begleitet und sie traute sich dann auch ihren Mitschülern vorzulesen. Insgesamt hat sie sich in der einen Stunde sechs Stempel verdient! Sie mochte das Buch so sehr, dass ich ihr noch dabei half sich das Buch auszuleihen und mit nach Hause nehmen durfte.

Mit strahlenden Augen sagte sie mir: „Das war so ein schöner Tag heute. Das hat richtig Spaß gemacht.“

Beim Abschluss in der Turnhalle erhielten dann alle teilnehmenden Kinder noch eine Urkunde und ein kleines Dankeschön.

Fazit:

Die Freude und den Spaß den die Kinder hatten ging runter wie Öl und hat mich sehr gefreut.

Ich habe an diesem Nachmittag viele strahlende Kinder gesehen und Dankbarkeit erfahren. Kinder sind schon mit kleinen Dingen glücklich. Sie sind für ein bisschen Aufmerksamkeit und Zuhören schon unendlich dankbar.

Es macht mich stolz und demütig, Kinder auf ihren Weg zu unterstützen und zu begleiten.

Der Satz „Kinder sind unsere Zukunft“ hat eine so tiefe Bedeutung und ist heutzutage so wichtig, mehr denn je.

Integration und Inklusion ist für Kinder ein Kinderspiel und etwas völlig natürliches. Erst durch die Vorurteile, die ein Erwachsener in die Kinderseele sät (meist durch die eigene Erziehung), zerstören wir leider häufig dieses selbstverständliche Spiel. Wir sollten als Erwachsene wieder die Neugier und Offenheit eines Kindes annehmen und unseren Egoismus gegenüber unseren Kindern beiseite stellen. Denn es ist reiner Egoismus einem Kind zu sagen, spiel nicht mit dem denn er gehört nicht hierher...

entzückt(er)leben - es ist Dein Leben!


Das war ein ganz persönlicher Beitrag von mir. Ein riesiges DANKE an alle Leser.

Schreibe mir gerne in den Kommentaren deine Gedanken und Meinung darüber. Wenn Du denkst, dass es jemand anderem helfen würde, nur zu und teile es!


Dieser Beitrag nimmt teil an der Blogparade #vorlesefieber von MINT & MALVE.

Bilder by Pixabay

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