Introvertiert, na und?

Bist du dir auch immer anders vorgekommen? Irgendwie… nicht richtig?

Du hältst dich vielleicht für schüchtern. Wirkst du auf fremde Menschen eher ablehnend, ungesellig oder gar arrogant?

Hast du dir selbst schon öfters folgende Fragen gestellt:

Warum habe ich Probleme auf andere Menschen zu zugehen?

Wieso kann ich nicht den Partyclown geben?

Warum werde ich nicht gesehen/gehört?

Wieso sind mir viele Party’s/Veranstaltungen/Menschen einfach zu laut/zu viel?

Warum bin ich so?

 Ich erkläre es dir. Aber zuerst, NEIN du bist nicht irgendwie komisch!

JA, du bist anders, aber nicht mehr als fast die Hälfte der Bevölkerung. Denn, es kann sein, dass du einfach nur Introvertiert bist!

Intro… was?

 Zur Erklärung: Introvertierte Charaktere wenden ihre Aufmerksamkeit und Energie stärker auf ihr Innenleben. In Gruppen neigen sie eher zum passiven Beobachten als Handeln und werden häufig als „still“, „zurückhaltend“ und „ruhig“ beschrieben. (Wikipedia)

Mir ging es genauso. Ich habe mir diese Fragen gestellt, wenn eine Beziehung oder Freundschaft in die Brüche ging, es Stress im Job gab! Oft habe ich mich hinterfragt, was nicht richtig an mir ist. Wieso bin ich so?

Später im Leben erkannte ich, dass man entweder zu den „Glücklichen“ gehört, denen es immer unbewusst gelingt, mit anderen Menschen gut auszukommen oder man versucht seinen zwischenmenschlichen Konflikten auf die Spur zu kommen.

So setzte ich mich, eher zufällig, mit dem Thema Introversion auseinander. Hier gibt es einen Test für dich!

Ich bin also introvertiert, und dessen war ich mir mehr als 40 Jahre meines Lebens nicht bewusst. Ich habe versucht mich zu ändern, umzupolen, was tatsächlich aber nur ein verleugnen meiner Bedürfnisse und Gefühle zur Folge hatte und mich viel Energie kostete.

Gut und schön, nun wusste ich warum ich so bin!

Zur Entschuldigung, es gab leider in unserer Schule kein Fach „Persönlichkeit und Persönlichkeitsentwicklung“, in dem ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit anderen Menschen gelehrt wird.

Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass unsere Gesellschaft Introversion einen immer noch als Nachteil anheftet.

Dazu kommt, unsere Gesellschaft, Eltern und Lehrkräfte versuchen tatsächlich, Introvertierte in Extravertierte zu verwandeln.

Introversion ist jedoch völlig normal und braucht keine “Heilung”.

Mich persönlich als „normal“ aber introvertiert zu akzeptieren, hat noch eine ganze Weile gedauert.

Bei anderen, kann, allein das Wissen um die eigene Introvertiertheit und „normal“ zu sein, wie eine Erlösung sein.

Wenn es Dir ähnlich wie mir geht, lass mich dir helfen!

Fakt Nr. 1: Du bist nicht alleine! Experten schätzen, dass mindestens ein Drittel, wenn nicht sogar die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland diesen Charakterzug besitzen.

Unsere Kanzlerin Angela Merkel, Barrack Obama, Künstler wie Götz George, Steven Spielberg, Annie Lennox, Emma Watson, Genies wie Albert Einstein, Bill Gates, Isaac Newton, sind ebenfalls Intros.

Du siehst, du kannst sein wie du willst, ohne dich verbiegen zu müssen! Finde was für dich stimmig ist, höre auf deine innere Stimme.

Fakt Nr 2: Leider, haben gute Selbstdarsteller nach wie vor in unserer lauten, schrillen Welt die besseren Karten, das belegen, leider auch Forschungsergebnisse. Eine auffallende Verpackung, so scheint es, ist oft wichtiger als der Inhalt.

Es hat mich immer schon gewundert, dass meist nur auf Oberflächlichkeit geachtet wird. Das ist dir sicherlich auch schon aufgefallen, damals in der Schule, in Beziehungen, im Job.

Trotzdem denke ich, wir Intros haben es nicht schwerer oder leichter als die Extrovertierten. Wir lernen nur anders an die Dinge heran zu gehen.

Fakt Nr 3: Glaube nicht, du musst es einem Extrovertierten gleichtun. Auf Dauer, wirst du dich damit wahrscheinlich nicht wohl fühlen. Versuch es, aber hab Spaß dabei! Raubt es dir Energie, so lass es bleiben!

Schauspielen, ich habe es selbst im letzten Jahr öfters probiert (Komparse, Kleindarsteller, div. Castings durchlaufen): Man lernt ganz neue Seiten von sich kennen. Seiten von denen du keine Ahnung hattest, dass du sie besitzt.

Es ist ein sehr interessanter Vorgang, wenn du eigene Widerstände überwindest. Schau was passiert.

 Fakt Nr. 4: Intro- beziehungsweise Extrovertiertheit ist nach bisherigen Erkenntnissen angeboren. Unsere Umgebung und Kultur, in der wir aufgewachsen sind haben einen großen Einfluss auf die Ausprägung der Introvertiertheit.

Positiv ist, mit zunehmender Reife und Lebenserfahrung werden wir unabhängiger von der Meinung anderer. Das führt dazu, dass Intros deutlicher zu ihrer Meinung stehen als in jüngeren Jahren.

So verlieren Intros in den Augen ihrer Mitmenschen die „Schüchternheit“, doch sind wir nicht zwangsläufig schüchtern. Da steckt meist eine Angst vor sozialer Bewertung hinter, die mit zunehmenden Alter unwichtiger wird.  

Fakt Nr. 5: Auch Introvertierte können aus sich herausgehen. Wenn dir ein Thema besonders am Herzen liegt, wofür du brennst, kannst du dir, die dafür erforderlichen Verhaltensweisen aneignen, wenn es zu dir passt.

Großen Einfluss auf dein Verhalten, hat die Art und Weise wie du wieder Energie auftankst.

Die meisten Stillen ziehen sich zurück und laden in der Ruhe ihre „Akkus“ auf. Umso wichtiger ist es für dich, die "richtige Dosis Menschen" zu finden.

Es ist wichtig, deine eigenen Bedürfnisse zu kennen und darauf Rücksicht zu nehmen. Aber sicherlich machst du es schon instinktiv.

Fakt Nr. 6: Bei der Wahl deiner Freunde bist du als Introvertierter sehr sorgsam. Du magst deine wenigen Freunde, und diese schätzen dich sehr für deine ruhige Art. Sie wissen, was sie an dir haben. Das ist besser, als dutzende oberflächliche Freunde zu finden, die im Fall des Falles verschwinden.

Jedoch, vor allem in der Wirtschaft oder Werbung wird das Ideal des extrovertierten Menschen gefördert. Auch bei den Partnerschaftsbörsen ist der aktive, extrovertierte Typ mehr gefragt. Doch wir begehen einen großen Fehler, wenn wir das Ideal der Extraversion so einfach übernehmen.

Es dauert vielleicht länger bis wir Freundschaften schließen, aber diese sind dann auch von Dauer und Beständigkeit.

Ein sehr schönes Kompliment, was ich einmal bekam: „Ich erde die Menschen mit meiner Ruhe“.

Fakt Nr. 7: Unsere von den Anderen, benannte „Schwäche“ ist unsere größte Stärke!

Leise zu sein, hat sehr viele schöne Vorteile.

Intros sind

- ruhig, bessere Zuhörer, mögen tiefgehende Gespräche und meiden den Small Talk.

- aufmerksame Beobachter, bemerken oft Dinge und Stimmungen, die anderen entgehen.

- konzentriert, genau und neigen zum Perfektionismus, lassen uns nicht so leicht von außen ablenken.

- gewissenhaft, verantwortungsbewusst und zuverlässig

- vermeiden unangenehme Situationen für sich und andere.

- gebildet, kenntnisreich und bescheiden, lesen und wissen viel prahlen aber nicht damit.

- reflektiert, hinterfragend und denken viel über das Erlebte und neue Wissen nach.

- mitfühlend und verständnisvoll, Stimmungen und Situationen anderer kann uns sehr berühren und die eigene Stimmung beeinflussen.

- gute Ratgeber und vorausschauend

- kreativ und wollen geistig wachsen.

- heftig und leidenschaftlich, sie halten aber ihre Emotionen zurück und bewachen sie so sorgfältig wie hochexplosiven Sprengstoff

- manchmal grau, doch im Innern sind sie oft bunter, reicher und schöner als so manches Konfetti-kotzende Party Animal.

Es muss nicht alles auf dich zutreffen. Das eine vielleicht mehr, das andere vielleicht weniger. Denn man hat immer auch einige extrovertierte Anteile in sich.

Introvertierte sind auch nicht notwendigerweise schüchtern. Schüchterne Menschen sind ängstlich oder furchtsam im sozialen Umfeld. Introvertierte sind dies eher nicht. Vielmehr sind Introvertierte jene Menschen, die andere Menschen anstrengend finden.

Im Gegensatz dazu brauchen wir Intros, nachdem wir eine oder zwei Stunde Gesellschaft genossen haben, Ruhe, müssen abschalten und uns wieder aufladen. Das ist kein antisoziales Verhalten. Es ist auch kein Zeichen einer Depression. Für Introvertierte ist Einsamkeit genauso erholsam wie Schlaf und nahrhaft wie Essen.

Wichtig für dich ist es, in sich hinein zu hören und dir bewusst zu werden, wann du dich zurückziehen musst, um deine Akkus aufzutanken. Du solltest die Grenzen der eigenen Belastbarkeit kennen und zu schützen. Weiter, lass die die äußere Welt nur so weit an dich heran, wie es dir guttut.

Hast du ein introvertiertes Kind, so lerne dein Kind zu verstehen und zu akzeptieren. Versuch nicht es zu ändern, es wird dadurch kein besseres Leben führen, es verliert das Vertrauen in sich selbst. Wird es akzeptiert wie es ist, hat es einen Ort gefunden, wo es ganz es selbst sein kann.

Du siehst, es gibt keine Schwächen, nur Hürden die es zu überwinden gilt.

Fazit: Wie du als Introvertierter wahrgenommen wirst, kann ganz unterschiedlich sein, es gibt keine Merkmale, die für alle zutreffen.

Es kann auch sein, dass du von deiner Umgebung gar nicht als solcher wahrgenommen wirst.

Erfolgsgeheimnis: Wenn du lernst Unterschiede im Verhalten zwischen verschiedenen Menschen bewusst wahrzunehmen, über deine eigenen Vorlieben Bescheid weißt, und die der anderen erkennst, respektierst und in deinem persönlichen Verhalten berücksichtigst, wirst du mit deinem Umfeld besser zurechtkommen und erfolgreicher sein – sei es im Beruf oder im Privatleben.

Während Introvertierte in der Gesellschaft zwar eine Minderheit darstellen, bilden sie jedoch die Mehrzahl der hochbegabten Menschen.


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Bilder mit freundlicher Unterstützung von Pixabay.

 

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