Tansania erleben ...

Ich habe mein Herz an Afrika verloren.
Bevor ich nun dieses Jahr zum nächsten Afrika Abenteuer aufbreche, hier nun der Beitrag warum mich dieser Kontinent verzaubert hat.

Ich freue mich, dadurch endlich auch einen Artikel meiner Liebe widmen zu können.

Wie es dazu kam...

Als Teenager war ich mit meinen Eltern das erste Mal in Afrika, in Kenia. Ich kann mich nur an einige kleine Begebenheiten erinnern. Wir machten einen Strandurlaub, in der Nähe von Mombasa.
Als kleinen Ausflug hatten wir damals eine 2-tägige Safari in die Massai-Mara gemacht.
Es war toll, die Tiere, die man sonst nur aus dem Zoo kennt, dort in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. Lange Zeit danach konnte ich dann auch keinen Zoo mehr ohne schlechtes Gewissen besuchen.
Und ich erinnere mich, als wir in der Zelt-Lodge auf einer Anhöhe der Massai-Mara genächtigt haben, habe ich kein Auge zugetan, wegen der, für unsere Ohren, ungewohnten (Natur-)geräusche.

Im Juni 2014, 26 Jahre später, bot sich mir die Möglichkeit Tansania zu bereisen.
Diesmal sollte es Afrika pur sein, mit Schwerpunkt auf die Tierbeobachtungen. Dafür hatte ich mir, einen eher alternativen Veranstalter (der fern vom Massentourismus arbeitet) gesucht, Chamäleon Tours. In einer geführten Gruppe bis max. 12 Personen.

Reisevorbereitungen

Vor der Reise musste ich vorab einen richtigen Impfmarathon durchlaufen. Empfohlen von der Reisepraxis, musste ich mir innerhalb von 4 Monaten, insgesamt, 13 Spritzen geben lassen (Typhus, Hepatitis, Gelbfieber, Meningokokken etc.) Dazu kam während der Reise noch die Malariaprophylaxe.

Meine Reisetasche wurde minimalistisch und praktisch gepackt. Auf den üblichen Schnickschnack, Abendgarderobe, dekorative Kosmetik, High Heels etc. konnte ich hier getrost verzichten. Nur das wichtigste mit dabei, Moskitonetz, Kamera, helle Kleidung damit ich keine Moskitos anlocke, lange Unterhose... es kann Nachts noch bis unter 0 Grad kalt werden und feste Schuhe.

Gut informiert, geimpft und gepackt und mit viel Vorfreude startete ich die Reise Mitte Juni 2014.

Ich hatte mal das Buch „Hummeldumm“ von Thommy Jaud gelesen. Sehr lustig. In dem Buch geht es um eine chaotische Reisegruppe die eine Safari durch Namibia macht.
Ein bunt gemischter Haufen Leute, die anfangs gar nicht zu einander passen, viel Chaos und noch mehr Pannen. Für mich ist das ein Alptraum, sollte sich meine Gruppe ähnlich furchtbar entpuppen.

Was ich nicht ahnte, das Abenteuer begann für mich schon in Köln, wo ich noch nicht mal annähernd jemand von der Reisegruppe gesehen hatte.

Auf nach Afrika...

Die Deutsche Bahn hatte mal wieder Probleme und so fuhr ich mit einer Bummelbahn, anstatt im schnelleren ICE, nach Frankfurt.
Am Flughafen endlich angekommen, waren sämtliche Rolltreppen außer Betrieb und so musste ich meine 15 kg Reisetasche (mehr war nicht gestattet) über alle Treppen zum Check-In tragen. Gehetzt und schwitzend erreichte ich ca. 1 Stunde später als geplant das Check-In der Ethiopian Airlines.
Die nächste Überraschung: Kurzfristig wurde eine kleinere Maschine eingesetzt. Somit war meine im Vorfeld getätigte, Sitzplatzreservierung nicht mehr vorhanden und ich bekam einen Platz der noch übrig war.
Nachdem ich durch die Sicherheitskontrollen war, war dann auch schon bald Boarding.

8 Stunden nachdem das Flugzeug abgehoben hatte, erreichte ich dann am Morgen den Airport Addis Abeba in Äthiopien.

So, da war ich nun in Afrika. Meine Bilder von Äthiopien waren bisher, die Bilder der hungernden Menschen und karges Land, wie es in den Medien gezeigt wird.
Der Blick aus dem Flughafengebäude überraschte mich jedoch. Hochhäuser, aus Beton und Glas, es sah nicht viel anders aus wie in jeder europäischen Großstadt.

4 Stunden Aufenthalt hatte ich dort am Flughafen. Es war stickig, sehr viele Menschen, die beten (in eigens hierfür bereitgestellten Beträumen), schlafen oder laut diskutieren. Kurzzeitig kann ich mich unerlaubt in der VIP Lounge aufhalten und ein wenig zur Ruhe kommen und entspannen.

Plötzlich, kurz vor dem Boarding, brach Chaos aus. Es ertönen unverständliche Durchsagen über die Lautsprecher. Im Gespräch mit andern Passagieren höre ich, „Maschine überbucht“ und man kommt nur mit wenn man „einen roten Punkt“ auf dem Flugticket besitzt. Die Mitarbeiter wussten selbst nicht von welchem Gate es weiter geht. Man wird von einem Gate zum anderen geschickt. Andere Menschen warten schon seit über 12 Stunden auf ihren Anschlussflug. Von der afrikanischen Gelassenheit war plötzlich keine Spur mehr.

Irgendwie, jedoch etwas traumatisiert, hab ich es tatsächlich in die richtige Maschine und mit einem roten Punkt auf dem Ticket, geschafft.

Himmel, bitte nie wieder Airport Addis Abeba!

Ich wollte ja Abenteuer… aber so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Das war zu viel für mich, als eine strukturierte Deutsche.

Ziel erreicht...

2,5 Stunden später, am frühen Nachmittag erreiche ich Airport Kilimanjaro, Tansania. Die schneebedeckte Spitze des Kilimanjaro zeigt sich in der Mittagssonne und entschädigt für den ganzen Stress.
Am Airport nimmt der Reiseführer mich und den Rest der Reisegruppe, die es tatsächlich auch in die Maschine geschafft haben, in Empfang.
Ich vertraue jetzt einfach darauf, dass er hoffentlich weiß, was er tut.

Fängt jetzt der Urlaub an?

Der erste Eindruck von Tansania, als wir im Jeep zur ersten Unterkunft, der Ngurdoto Moutain Lodge fahren: Es ist unerwartet grün! In meiner Vorstellung, war auch hier, ein eher ein verdorrtes karges Landschaftsbild vorherrschend, wie damals in der Massai Mara.

In der Lodge angekommen, nach Zuteilung der Zimmer, bleibt ein wenig Zeit den Pool zu nutzen, bevor der erste Programmpunkt der Reise startet. Ein riesiger Marabu (meine erste Begegnung mit einem Wildtier!) steht dabei wie eine Gipsfigur am Beckenrand und trinkt immer einen Schluck aus dem Pool, in einem unbeobachteten Moment.

Nach der wohltuenden Erfrischung, und Beruhigung der Familie zu Hause, man ist gut angekommen, und hat auch (tatsächlich) eine zivilisierte Unterkunft bekommen, besuchen wir die hauseigene Kaffeeplantage mit Blick auf Mount Meru.

Wir erfahren so einiges über den heimischen Kaffeeanbau, Flora und Fauna, den Mangos, der Papaya, dem Leberwurstbaum (ja, der heißt wirklich so) und schlendern dabei durch die Hotelanlage.

An der Hotel-Bar dürfen wir anschließen den Kaffee dann auch probieren, der wirklich sehr aromatisch schmeckt.

Schon bald wartet dann auch das erste afrikanische Abendessen/Buffet auf uns. Süßkartoffeln, Rindfleisch, Reis etc. Alles sehr frisch und köstlich. Es wurden sämtliche afrikanische Biersorten probiert und das Hotelpersonal unterhielt uns währenddessen mit traditionellen Tänzen.

Meine Befürchtungen bezüglich meiner Reisegruppe haben sich nicht erfüllt. Die Gruppe ist bunt gemischt, von 30 bis 75 Jahre, aus ganz Deutschland und der Schweiz.
Die Gruppe ist ein Traum, nach kurzer Zeit werde Gespräche geführt als ob wir uns schon lange kennen.

Auf diesem Wege, nochmal ein herzliches Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, das diese Reise unvergesslich wurde.

Entspannt und glücklich schlaf ich in meiner ersten Nacht, in Afrika, ein.

Heia Safari...

Am nächsten Morgen, geht es zur ersten Safari in den Arusha Nationalpark.

Unser Safari-Guide James, der uns von nun an begleitet, brieft uns von jetzt an jeden Morgen. Er hat viel zu erzählen über die Geschichte, Land und Leute, Kultur und im Laufe der weiteren Tage auch viel Persönliches. Wir werden auf zwei Jeeps aufgeteilt zu je sechs Personen. Tansania erleben halt...

Fakten:
Der Arusha Nationalpark umfasst hauptsächlich den Berg Mount Meru einen erloschenen Vulkan mit dem kleinen Mount Meru, dem Aschekegel sowie den Ngurdoto Krater mit seinem feuchten, Teils sumpfigen Grund und die kleine Serengeti, wie die Kraterlandschaft auch genannt wird.

Zu dem Nationalpark gehört auch das Gebiet der Momella Seen welches von Sümpfen Grasflächen und Bergwald geprägt ist.
Die Berghänge sind von tropischen Berg-Regenwald und Nebelwald bewachsen.
Der Name Momella steht für ein geschichtsträchtiges Ereignis das vor ungefähr 6000 Jahren seinen Anfang nahm. In einem furiosen Finale schießt der Mount Meru sein glühendes im Leben in den afrikanischen Himmel, dann klappt der Vulkan in sich zusammen und lies den fruchtbaren Ngurdoto Krater zurück, der mit dem bunt schillernden Momella Seen ein Höhepunkt im Arusha Nationalpark ist.

Die mit spanischen Moos bewachsenen Bäume wirken im nebligem Zwielicht wie aus einem Horrorfilm. Hier und da erkennt man Bewegung in den Baumkronen. Die Schwarz-Weißen Stummelaffen haben hier ihr zu Hause. Wir halten auf einer Anhöhe und bekommen einen wundervollen Ausblick auf die Momella Seen. Weiter geht es durch den Nationalpark. Unterwegs kommen wir an der ziemlich bekannten Hatari Lodge vorbei.

Fakten: In den 60er Jahren schrieb der Arusha Nationalpark Hollywood Geschichte als Spielstätte des Films „Hatari“ mit John Wayne und Hardy Krüger den Hauptrollen. Hardy Krüger durfte während der Dreharbeiten auf dem Anwesen der schlesischen Einwanderer Familie Trappe (die heutige Momella Wildlife Lodge) wohnen. Krüger verliebte sich in die Landschaft und kaufte später das Anwesen. Wohnen kann man heute, in dem ehemaligen Privathaus des Schauspielers welches heute als Hatari Lodge Gäste im Stilvollen Retro-Look begrüßt.

Gegen Mittag halten wir Rast. Eine kleine Lunchbox ist unser Mittagessen. Gefüllt mit Hähnchenschenkel, Ei, Sandwich, Kuchen, Obst und Getränk. Wir picknicken gemeinsam am Eingang des Arusha Nationalparks.

Anschließend wandern wir, unter schwer bewaffneter Begleitung eines Parkrangers, zwei Stunden durch den Nationalpark, am Fuße des Mount Meru, vorbei an Büffeln und Pavianen.

Wir bekommen noch den Rat mit auf den Weg; sollte uns ein Büffel angreifen, nicht weglaufen und am besten hinlegen Hände schützend über den Kopf. Der Büffel würde dann nur versuchen uns mit seiner kratzigen Zunge zu kitzeln.

Na toll, soll dann auf meinem Grabstein stehen: „Wurde von einem Büffel totgekitzelt!?“

Es ist eine wunderbar grüne, saftige Natur. Ein Bach plätschert vor sich hin, idyllisch. Es könnte auch eine Landschaft in Bayern sein, wären nicht die exotischen Tiere. Die Trockenzeit lässt zum Glück noch auf sich warten.

Im Grunde, ist es Ziel jedes Safari-Urlaubs, die Big Five (Elefant, Spitzmaulnashorn, Büffel, Löwe, Leopard) zu sehen. Big Five bezeichneten früher die Großwildjäger diese Tiere, entsprechend für die Gefahren und Schwierigkeiten sie zu jagen.

Ich mag eigentlich alle Tiere, auf ihre Art, jedoch hake ich im Geiste, die Büffel, auf meiner Big Five Liste (Foto-Abschuss-Liste) schon einmal ab.

Nachmittags fahren wir weiter durch Arusha über den Africa Highway, der sich von Kairo bis nach Kapstadt erstreckt. Scheinbar ist hier auch gerade Rush Hour.

Zur nächsten Station, dem Tarangire Nationalpark.

Fakten: Der Tarangire Fluss führt ständig Wasser und bietet guten Lebensraum für die Tiere. In der jährlichen Trockenzeit wandern viele Tiere aus den trockeneren Regionen hier ein.
Die Landschaft besteht aus Grasland. Besonders zu beiden Seiten des Flusses aus einer offenen Baumsavanne, dichtem Busch- und Waldland sowie -hügeln und Felskuppen mit spärlichen Bewuchs.
Baobab-Bäume sind hier überdurchschnittlich häufig viele, was die Elefantenherden scheinbar anzieht.

Was im Ngurdoto die Flamingos, sind im Tarangire die Elefantenherden. Nächster Haken an der Big Five Liste (grins).

Wir stellen uns mit unserem Jeep für eine Weile an ein Wasserloch. Gemeinsam halten hier die Zebras mit den Elefanten ihr Bad. Ist den schon wieder Sonntag und Badetag? Die Tiere tollen und spielen ausgelassen im Wasser und lassen sich von uns, ihren Beobachtern nicht stören.

Am späten Nachmittag geht es zurück über den Serengeti Highway Richtung Karatu, in unsere Unterkunft für die nächste Nacht.

Das Highview Hotel, ist wie der Name schon vermuten lässt, auf einer Anhöhe.
Lässt man seinen Blick über das grüne Tal schweifen, der Ngorongoro Conservation Area, die bewachsen von zahlreichen Zypressen ist, könnte man fast glauben in der Toskana zu sein. Entspannt lassen wir den Abend bei einem Mahl im Freien ausklingen.

Bevor es am nächsten Tag in Richtung Serengeti geht, besuchen wir noch ein Kinder-Zufluchtszentrum, das Mwema Street Children Center in Karatu. Dort werden ausgegrenzte Straßenkinder, Waisen oder Kinder dessen Eltern aufgrund von Alkohol, Drogen oder Armut sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern können, auf ein Leben vorbereitet, in dem das Lachen wieder zu Hause sein kann. Hier werden sie unterrichtet, haben ein zu Hause, und bekommen eine bessere Zukunftsaussicht geschenkt.

Tansania hat eine hohe Arbeitslosenrate und das Land zählt mit zu den ärmsten Ländern.


Dies war der erste Teil meiner Tansania erleben... Reihe.  Den zweiten Teil findest du hier!

Mehr Bilder findest du noch in der Fotogalerie

Lass mich an deinen Gedanken teilhaben. Doch wie immer, an dieser Stelle aber erstmal ein riesiges DANKE an alle Leser.

Schreibe mir gerne in den Kommentaren was dir gefallen hat oder vielleicht nicht gefallen hat. Wenn Du denkst, dass es jemand anderem gefallen würde, nur zu und teile es!

entzückt(er)leben - es ist Dein Leben!


Dieser Beitrag beteiligt sich nun auch an der Blogparade von Togetherontour - mein liebster Sommer Beitrag. Ich freu mich dabei sein zu dürfen.


Diese Seite enthält Affiliate Links. Wenn Du etwas kaufst erhalte ich ein paar Cent. Danke hierfür!

Bilder by Chain-Elle Art's

Follow my blog with Bloglovin

Newsletter

sharin is care-ing!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ja, ich habe verstanden und bin einverstanden.