Erlebnisreiches Tansania... die Reise zweiter Teil

Nachdem du im ersten Teil was über meine Reisevorbereitungen, die chaotische Anreise und die ersten Safaris im Arusha Nationalpark und Tarangire Nationalpark erfahren hast kommt hier die Fortsetzung der erlebnisreichen Reise.

Von Karatu aus, wo wir ein Kinderheim besucht haben, geht die Fahrt am Rand des Kraters in Richtung Serengeti weiter. Dort kommen wir an einem großen Denkmal, dem Grabstein von Michael und Bernhard Grzimek, die hier sehr verehrt werden, vorbei. Es ist noch Vormittag und der Kraterrand liegt immer noch im Nebel, was dem ganzen Szenario was bedrückendes gibt.

Fakten: Im Januar 1959 kollidierte Michael, während der Dreharbeiten zu „Serengeti darf nicht sterben“, sein Flugzeug mit einem Geier. Durch die Beschädigung der Maschine stürzt er ab. Sein Vater ließ sich später ebenfalls hier beisetzen.
Der Dokumentar-Film erzählt von den Anfängen des Serengeti-Nationalparks. Die Grzimeks wurden 1957 von der Nationalparkverwaltung eingeladen, sich ein genaues Bild über die Tierwanderungen zu machen und der Nationalparkverwaltung die Werte zu liefern, die sie für ihr Vorhaben, den Nationalpark einzuzäunen, brauchte.

Auf der weiteren Fahrt kommen wir an unglaublichen Landschaften vorbei. Die Strecke ist zugleich, mit über 200 km und über 4 Stunden Fahrtzeit, auch die längste Fahrtstrecke auf unserer Reise.

 

 



Besuch bei den Massai's

Wir besuchen ein ursprüngliches Massai Dorf, mit ca. 15 Hütten. Die Männer des Dorfes begrüßen uns mit ihren ihren typischen „Sprung“-Tanz. Der Tanz ist Tradition, der zu der halbnomadischen Volksgruppe gehört wie ihre auffällige Kleidung und das phänomenale Geschmeide der Frauen. Unsere mitreisenden Männer werden eingeladen, ihr Sprunggelenke ebenfalls zu straßazieren.



In der Dorfschule, haben sich die jüngsten Kinder versammelt um uns zu begrüßen. Hier kümmert man sich um die Kinder die noch nicht zur Schule gehen. In Tansania herrscht Schulpflicht was der britischen Kolonialherrschaft geschuldet ist.
Ein Massai Krieger zeigt mir seine Hütte, die einen ca. 3-4 m Durchmesser hat. Der junge Krieger studiert noch in Arusha. Das er ein Krieger ist, erkennt man am Stock den er immer bei sich trägt, erklärte uns unser Guide.
Von innen ist die Hütte karg, gebaut aus Holzstöcken und Lehm und trotz der Mittagshitze ist es drinnen relativ kühl. Ein Bett ebenfalls aus Stöcken gebaut, mit Wolldecken belegt. Mehr Mobiliar ist nicht vorhanden.
Gekocht wird in dem Dorf von den Frauen, für die ganze Gemeinschaft, auf einer zentralen Feuerstelle.
Der junge Massai zeigt deutliches Interesse mich zu seiner 3ten Ehefrau zu machen. Interessiert, stellt er auf Englisch, viele Fragen zu Deutschland.
Ich erinnere mich an das Buch „Die weiße Massai“. Ich kann mich unverheiratet wieder zu den Jeeps begeben und die Fahrt geht weiter.



Endloses Land

Spät Mittags erreichen wir dann die Tore des Serengeti National Park.

Fakten: Die Serengeti ist eine baumarme Savanne die sich von Norden Tansanias westlich des Viktoriasees bis in den Süden Kenias erstreckt auf eine Fläche von etwa 30.000 Quadratkilometern.
Die Grassteppe im Süden steht einer leicht hügeligen bewaldeter Ebene im Norden gegenüber. Die zentrale Savanne ist fast baumlos im Südosten hebt sich das von Vulkanismus geprägten Ngordoto Schutzgebiet. Die Serengeti gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Serengeti heißt übersetzt aus der Massai-Sprache „endloses Land“, eine treffendere Bezeichnung  kann ich mir für das was nun vor mir liegt nicht vorstellen. Man kann schauen bis zum Ende des Horizonts, und sieht weit und breit keine Zivilisation, nur ebenes Land.

Nach einem Picknick, mit den mittlerweile liebgewonnen Lunchboxen, geht’s endlich hinein in das endlose Land.

Schon kurz hinter dem Parkeingang, gibt es Stau! auf der Piste.
Die Jeeps knubbeln sich, das bedeutet, hier gibt es was zu sehen, das haben wir schon gelernt.
Jeder will gute Sicht auf das tierische Objekt der Begierde haben. In diesem Fall ist es ein Leopard (Haken auf der Big Five-Liste!), der im Baum ganz entspannt döst.

Wir lassen ihn weiter dösen und fahren bald weiter in die Serengeti hinein. Hier eine Elefantenfamilie, dort eine Löwenfamilie (Haken auf der Big Five-Liste), immer wieder Zebras, Gazellen und Gnus. Die Tiere leben größtenteils in friedlicher Koexistenz nebeneinander.

Zwei Wochen vor Abflug las ich noch von schweren Regenfällen und Überschwemmungen in der Serengeti. Die Regenzeit war noch nicht zu Ende. Pisten sollten nicht befahrbar sein, aber auch die große Tierwanderung hatte noch nicht eingesetzt.

Fakten: Nach der Regenzeit (Dezember bis Mai) setzt in Tansania die große Migration (Tierwanderung) ein.
In der anschließenden Trockenzeit begeben sich fast 1,8 Millionen Tiere (Gnus, Gazellen, Zebras) auf Futtersuche und wandern Richtung Kenia in die Massai Mara. Bis sie sich im November wieder Richtung Serengeti bewegen. Ein immer währender Kreislauf.

Die langanhaltende Regenzeit war unser Glück. Es gibt Stellen, wo die Ebene, soweit das Auge blicken kann, mit tausenden von Tieren bevölkert ist.

Magic Moment

Wir bleiben immer wieder, einfach mal mit dem Jeep stehen und lauschen. Lauschen der Stille, der Ruhe und der Natur. Weite, soweit das Auge blickt. Wir sind scheinbar allein auf diesem Planeten, weit und breit keine weitere Menschenseele, bis auf unsere Fahrzeugbesatzung.

Und da ist er, dieser für mich magische Moment.

In diesem Moment spüre ich großen Frieden, Ruhe in mir, wie nie zuvor.
Niemand will etwas von mir, ich kann einfach nur sein.
Es fühlt sich für mich an, wie „nach Hause kommen“.
Hier könnte ich ewig verweilen.



Das ist der magische Moment wo mich Afrika gefangen genommen und nicht mehr losgelassen hat.

Meinen Mitreisenden ist es ähnlich ergangen, alle haben diesen Moment andächtig schweigend gekostet.

Der Safarinachmittag geht schnell viel zu schnell vorbei.

Vor Sonnenuntergang muss man den Park verlassen, da es sonst passieren kann, dass man von den Wildhütern erschossen wird. Tatsächlich gibt es immer noch viele Wilddiebe. Es werden diese wunderbaren Lebewesen getötet, nur aus Geldgier der Menschen.

Wir kommen vorbei an einem Nilpferd-Schwimmbad. So knuffig die kleinen Dicken auch ausschauen mögen, gehören sie zu den gefährlichsten Tieren. Sie können in sekundenbruchteilen aus dem Pool stürmen und angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Es dämmert schon als wir das Serengeti Wildcamp, dass für 2 Nächte unsere Unterkunft sein wird, erreichen. Wir wohnen in Zelten, irgendwo mittendrin im endlosen Land.
Hier stehen uns pro Tag/pro Zelt 20 L Wasser zum Waschen zur Verfügung. Die Zelte verfügen über einfache Campingtoiletten. Gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile habe ich so eine große Gelassenheit entwickelt, dass mich so schnell nichts mehr aufregt.

Zur Lagerfeuerromantik setzt dann leider Regen ein (es regnet meistens Nachts seit wir in Tansania sind) und wir müssen unser Abendessen im großen Hauptzelt einnehmen.

Um 22 Uhr ist hier Sperrstunde. Hier wird gemeinsam zu Bett gegangen unter bewaffneter Begleitung.
Doch im Camp kehrt die ganze Nacht keine Ruhe ein.
Man hört die ganze Nacht die Gnus „gnuen“, die Zebras lachen und die Löwen brüllen. Es scheint alles ganz nah zu sein und unmittelbar neben meinem Bett.

Guide James erzählt uns, dass die Gnu’s, Gnu heißen weil die Laute die sie 24 Stunden am Tag von sich geben, eben „gnu“ sind. Sie kommunizieren so mit ihrer Herde. Wenn man die ganze Nacht! (ohne Übertreibung) diesen Laut hört ist das ganz schön nervig, doch irgendwie habe ich mich auch noch daran tatsächlich gewöhnt. Doch diese erste Nacht in der Serengeti habe ich (gefühlt) kein Auge zugetan.

Bei Sonnenaufgang, um 6 Uhr, brechen wir verschlafen zur nächsten Safari auf.

Unterwegs treffen wir wieder auf viele Gnus, Zebras und Hyänen die ihr Frühstück einnehmen.


 


Ich dachte bisher alle Tierbabys sind süß, aber ich hatte vorher noch kein Hyänenbaby gesehen. So verschlagen sie ausgewachsen aussehen, so sehen sie auch als Baby aus.

Wir kehren um 10:30 Uhr, zum Frühstück zurück ins Camp. Ein paar Stunden können wir uns ausruhen im Camp und das Wildlife genießen.

Dann geht es noch einmal auf Safari bis die Sonne wieder untergeht. Die Fahrer sind alle per Funkgerät miteinander verbunden, und teilen sich so mit, wo es welches Tier zu sehen gibt.

So jagen wir plötzlich (unerlaubt) querfeldein um einen Geparden im Gras zu finden, der gerade eine Gazelle frisch gerissen hat.

Es ist so natürlich anzusehen. Die Wildkatze jagt nur, wenn sie Hunger hat. Sie sammelt nicht auf Vorrat, so wie der Mensch.

Der Kreislauf des Lebens? Fressen und gefressen werden?

Weites Land, endlose Ruhe ich bin verliebt in die Serengeti!

Nach der zweiten Nacht, ich habe diesmal mit Oropax geschlafen, verabschieden wir uns vormittags von der Serengeti und fahren Richtung Ngorogoro Krater.

Irgendwie hat sich unser Jeep einen platten Reifen gefahren. Ist hier aber kein Drama. Der Fahrer nimmt eine Tube UHU-Klebstoff (!) und flickt ihn damit provisorisch. Bis zur nächsten Tankstelle (!) der wahrscheinlich einzigen mitten in der Serengeti hält der Reifen dann auch. Hier wird der Reifen getauscht und weiter geht es.

Bei Ankunft gegen Mittag, halten wir erst einmal Picknick am Kraterrand, mit unserer Lunchbox.

Anschließend machen wir eine zweistündige Wanderung bis zum höchsten Punkt des Kraters. Bis auf 2000 m über NN, alles wieder unter bewaffneter Begleitung. Von hier auch wieder ein atemberaubender Blick über den Krater.
Auf unserer Wanderung treffen wir auf Zebras und Bergziegen, gehen vorbei an einem Berg-Dorf.



Fakten: Das Szenario zur Entstehung des Ngorongoro-Kraters muss man sich einmal vorstellen: Es macht gigantisch „Bumm“ und der Vulkanberg ist Geschichte, einfach weggepustet. Übrig bleibt ein Krater von rund 20 Kilometern Durchmesser, etwa 1.700 Meter über dem Meeresspiegel und rundherum von 400 bis 600 Meter hohen Wänden eingefasst. Ein riesiger Zoo mit der höchsten Raubtierdichte Afrikas. 25.000 Wildtiere, von denen die meisten ihr Leben lang den Krater nicht verlassen.

Unser Camp für die nächsten zwei Tage ist das Ngorogoro Wildcamp. Seine feststehenden Safarizelte mit eigenem Bad stehen erhöht auf Plattformen, von deren Veranda aus, man einen großartigen Blick über die Weite der Savanne bis an den Punkt hat, der geheimnisvoll in der Ferne glitzert. Das ist der Eyasi-See, der je nach Jahreszeit aus Wasser mit Salz oder Salz mit etwas Wasser besteht, was seine spektakulären Färbungen erklärt.

Auch hier im Camp ist wieder Sperrstunde und wir werden von einem Massai-Krieger im Dunkeln zum Zelt begleitet.

Nachts höre ich hier nur die Zebras lachen, ein Stachelschwein streift morgens unter unserem festen Zeltboden entlang.



Am Vormittag des nächsten Tages brechen wir zur Safari im Krater auf. Morgens liegen die Kraterwände oft im Nebel und es ziemlich abenteuerlich wenn die Jeeps mit hoher Geschwindigkeit durch den Nebelwald rasen.

Die hier im Krater lebenden Tiere, bleiben oft ihr Leben lang hier. Sie nehmen nicht teil an der Migration, da sie das ganze Jahr über genug zu fressen finden.

Hier besteht für uns, noch die größte Wahrscheinlichkeit unsere Big Five Liste vollzukriegen. Es fehlt noch das Spitzmaulnashorn. Wir jagen einer Spur nach, die die Guides sich per Funk mitteilen, quer durch den ebenen Krater. Weit in der Ferne, für die Augen und die Kamera nicht mehr sichtbar, soll eines sein. Doch beim näher kommen entpuppt sich das Nashorn wieder als Büffel.

Gegen Mittag haben wir ein tolles Lunch-Buffet im Krater, inmitten der Natur.
Der ursprüngliche Lunch-Platz wurde von einer Familie Wildkatzen besetzt und musste kurzfristig umdisponiert werden.

Danach ging es nochmals quer durch den Krater auf der Suche nach allen Tieren die der Krater hergab. Nur leider immer noch kein Spitzmaulnashorn.

Abends kehren wir zurück zum Camp und genießen einen Sundowner auf der eigenen Terrasse mit Blick auf den Eyasisee.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter zum Lake Manyara, der letzter Safari dieser Reise.

Fakten: Der Lake-Manyara-Nationalpark ist ein Nationalpark im Norden Tansanias. Im Westen wird der Park durch hohe Klippen des Großen Afrikanischen Grabenbruchs begrenzt, der Manyara-See nimmt den östlichen Teil ein. Im Süden des Parks liegen die heißen Quellen.

Der Lake-Manyara-Nationalpark besitzt die möglicherweise größte Biomasse-Dichte (Gewicht pro Gebiet) an Säugetieren weltweit.

Wir machen einen kleinen Abstecher in den Park, durch den Urwald in Richtung See. Die Pelikane, Flamingos und viele andere Vögel halten hier eine Versammlung ab. Ein Waran kreuzt unseren Weg und tapert Richtung Wasser.

Vergleichbar mit der Serengeti oder dem Ngorogoro Krater geht es hier eher beschaulich zu, fast schon langweilig. Vielleicht sind wir mittlerweile auch nur übersättigt.

Bevor wir den Park verlassen machen wir noch einmal Halt, bei den Toiletten. Es ist vor lauter Fahrzeugen und Menschen plötzlich kein Durchkommen mehr auf dem Platz. Kann doch nicht sein, dass alle Gruppen gleichzeitig auf Klo müssen. Also muss es sich wieder um eine besondere Tiersichtung handeln.
Unser Abschiedsgeschenk, im Baum sitzt ein Leopard. Er hat sich sein Mittagessen, eine Gazelle, in den Baum hochgezogen. Circa 5 m über unseren Köpfen thront er im Baum und passt auf seine Beute auf.
Es ist ein surreales Bild, da vor dem Baum die Touristen stehen und hinaufstarren, fotografieren… andere laufen schnell hinüber zu den Toilettenhäuschen.

Wir verlassen den Park und beenden unsere letzte Safari.



Nun heißt es langsam Abschied nehmen, von James unserem Guide und unseren Fahrern. Es gibt noch eine letzte Lunchbox.
Wehmütig, bedanken wir uns bei unseren afrikanischen Freunden.

Vom Flughafen Arusha aus, brechen wir zum horizontalen Teil der Reise auf.
Der Flughafen sieht wahrscheinlich noch genauso aus wie in den 60er Jahren, als schon Hardy Krüger hier mit seiner Filmcrew gelandet ist. Ein Wartebereich für alle, eine offene Wellblechhütte, die Abflugzeiten werden mit Hand an eine Tafel geschrieben.

In kleinen Propellermaschinen werden wir nach Sansibar geflogen.


Dies war der zweite Teil meiner Tansania erleben... Reihe.  Der letzte Teil erzählt von Sansibar, der Gewürzinsel.

Mehr Bilder findest du noch in der Fotogalerie.

Lass mich an deinen Gedanken teilhaben. Doch wie immer, an dieser Stelle aber erstmal ein riesiges DANKE an alle Leser.

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2 thoughts on “Erlebnisreiches Tansania – Teil 2

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